Hashimoto

Diagnose Hashimoto Thyreoiditis – was nun?

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Bereits vor einem halben Jahr habe ich diesen Post über Hashimoto Thyreoiditis geschrieben, ihn allerdings nie veröffentlicht. Warum? Weil ich mich nicht getraut habe. Ich hatte noch nicht allzu viel Erfahrung mit Hashimoto und musste mit mir selbst kämpfen, dies wirklich als Krankheit anzusehen. Ich fand es zuvor immer ziemlich nervig, wenn Menschen ihr Übergewicht, ihre Antriebslosigkeit etc. einfach auf ihre Schilddrüse geschoben haben. Na klar – dachte ich mir – die sind doch einfach nur faul und sind froh, wenn sie die Schuld auf etwas anderes als sich selbst schieben können. Bis ich nun selbst damit zu kämpfen hatte und nun weiß – nein, man kann einfach nicht viel machen, wenn sich die Werte verschlechtern und sich der Körper entsprechend verhält.

In diesem Post möchte ich euch mehr über die Krankheit und meine Art und Weise mit ihr umzugehen erzählen. Zuerst erfahrt ihr, wie ich vor einem halben Jahr zu Hashimoto stand. Im Anschluss daran, berichte ich euch, wie es danach weiter ging 🙂

Hashimoto Thyreoiditis: Teil 1

Nachdem bei mir vor ca. einem Jahr Hashimoto Thyreoiditis diagnostiziert wurde, habe ich mich nicht sonderlich viel mit dieser Krankheit beschäftigt. Die Aussage meiner Ärzte war, dass es keine Heilungsmöglichkeiten für diese Schilddrüsenerkrankung gibt und ich von nun an für den Rest meines Lebens einfach Schilddrüsenhormone einnehmen müsse, um die verminderte Hormonproduktion durch Einnahme von zusätzlichen Hormonen auszugleichen.

Hashimoto – Symptome: Antriebslosigkeit, Müdigkeit, Gewichtzunahme …

Anfangs war ich wirklich froh, endlich die Ursache für meine extreme Müdigkeit, Antriebslosigkeit und schleichende Gewichtszunahme zu kennen. Zu dieser Zeit hatte ich mit einer so hohen Müdigkeit zu kämpfen, dass ich wirklich aufpassen musste, an meinem Arbeitsplatz nicht einzuschlafen. Sobald ich zu Hause war, musste ich mich erst einmal für 1-2 Stunden schlafen legen. Außerdem hatte ich in nur wenigen Monaten insgesamt 7kg zugenommen !!! Obwohl ich mehr Sport gemacht habe, blieb der Erfolg aus – nun war ich froh, alles auf meine Hashimoto Erkrankung schieben zu können 😉

Die Einnahme der Hormone hat sich maßgeblich auf mein Wohlbefinden ausgewirkt. Aufeinmal war ich nicht mehr so unendlich müde und konnte von morgens bis abends die Dinge erledigen, die ich mir vorgenommen hatte ohne Müdigkeits-Pausen dazwischen schieben zu müssen. Daher habe ich mir keine weiteren Gedanken mehr über die Erkrankung gemacht.

Doch nach ca. einem halben Jahr waren meine Blutwerte noch schlechter und die Dosis musste erhöht werden. Seitdem geht es mir wieder schlechter. Ich bin wieder sehr müde, antriebslos und weiß manchmal nichts mit mir anzufangen. Dieser Zustand hat mich so genervt, dass ich angefangen habe, mich weiter über Hashimoto zu informieren.

Im Netz habe ich viele verschiedene Tipps und Informationen zu richtiger Ernährung bei Hashimoto gefunden und mir daraus einen eigenen Plan zusammengestellt. Wenn man alle Tipps, die dort gegeben werden befolgt, darf man so gut wie nichts mehr essen 😉 – daher habe ich mir, das für mich am sinnvollsten klingende herausgesucht und versuche es nun so gut es geht umzusetzen.

Hashimoto – Leaky Gut Syndrom & Ernährungsumstellung

Mein Plan: Von nun an verzichte ich auf Gluten und nehme so wenig Zucker wie möglich zu mir. Gluten ist ein Klebereiweiß, das in vielen Getreidesorten wie zum Beispiel Weizen, Roggen oder Dinkel zu finden ist.

Doch was haben Zucker und Gluten nun mit Hashimoto zu tun?

Zucker und Gluten können das sog. „Leaky Gut Syndrom“ verursachen. Übersetzt bedeutet Leaky Gut – undichter Darm. Das Syndrom wurde so benannt, da bei Menschen, die an diesem Syndrom leiden, die Darmwand undicht ist und so Stoffe in den Blutkreislauf gelangen können, die bei gesunden Menschen einfach ausgeschieden werden.

Diese Stoffe setzen das Immunsystem in Alarmbereitschaft, sodass es anfängt, sie zu vernichten. Da einige dieser Stoffe in ihrer Struktur auch körpereigenem Gewebe gleichen, kann unser Immunsystem in diesen Fällen nicht zwischen den körpereigenem Gewebe und den gefährlichen Stoffen unterscheiden. Daher bildet das Immunsystem Antikörper und greift somit auch körpereigene Zellen (wie die Schilddrüse) an. So kann dies dann zu einer Autoimmunerkrankung wie Hashimoto Thyreoiditis führen.

Daher habe ich nun für mich beschlossen, soweit wie möglich auf Gluten und Zucker zu verzichten.

Die von mir beschriebenen Ursachen für das Leaky Gut Syndrom sind bei weitem nicht die einzigen. Außerdem gibt es noch viele weitere Maßnahmen um die Darmschleimhaut wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Hier beschreibe ich nur die Maßnahmen, die ich für mich selbst als sinnvoll erachte.

Dass der Verzicht auf bestimmte Lebensmittel anscheinend einigen Menschen, die an Hashimoto leiden, geholfen hat – und das sogar soweit, dass sie keine Hormone mehr benötigen – hat mich ermutigt, meine Ernährung grundlegend zu ändern.

Zuerst habe ich für 4 Wochen komplett auf Gluten, Zucker und Alkohol verzichten – was mal besser und mal schlechter funktioniert hat in dieser Zeit 😉 – Da es mir nach diesem totalen Verzicht auch nicht besser ging, habe ich mich dazu entschlossen, einfach meinen eigenen Weg zu finden. Von nun an achte ich darauf, dass ich nicht mehr außergewöhnlich viel Zucker zu mir nehme (so wie ich es zuvor getan habe – mit mindestens einer 0,5l Cola oder Coke Zero und mindestens einer Packung Kitkat, Twix etc.) sondern nur noch soviel, wie ich brauche um mich gut zu fühlen. Und das geht – zumindest bei mir – sehr gut durch eine Portion Obst. Mhhhh 🙂

Im nächsten Schritt habe ich mir vorgenommen so weit wie möglich auf Wurst und Käse zu verzichten. Bzw. ungesunde Fette zu vermeiden. Ich bin gespannt, wie lange es dauert, bis ich dies umgesetzt habe. Aber eine Sache habe ich in den 4 Wochen gelernt: Es braucht Zeit, bis man seine Gewohnheiten wirklich ändern kann und man sich dabei gut fühlt. Zumindest für mich war es einfach zu schnell, mich in den 4 Wochen von heute auf morgen auf einen Komplett Verzicht einzustellen.

Daher mein Tipp: Nehmt euch Zeit für die Ernährungsumstellung. Es dauert eine Weile, bis man die verschiedenen neuen Lebensweisen verinnerlicht hat. Nur dann verspürt man auch nicht mehr den Drang nach dem, was man „nicht essen darf“ und kann standfest sein.

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Hashimoto Thyreoiditis: Teil 2

Wie oben bereits beschrieben, ist bereits ein halbes Jahr vergangen, seitdem ich den oberen Post geschrieben, ihn aber nie veröffentlicht habe. Seitdem hat sich auch einiges verändert und ich habe mehr Erfahrung mit der Krankheit sammeln können bzw. müssen.

Hashimoto – Verlauf in den letzten Monaten

Anfangs war ich voller Tatendrang und hoch motiviert, meine Ernährung vollständig umzustellen und so den Symptomen der Krankheit entgegenzuwirken. Das hat auch einige Zeit geklappt – bis ich wieder einen „Schub“ hatte. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob man die Zeiten, in denen man körperlich die Auswirkungen der Krankheit merkt, als Schub bezeichnet wird. Ich würde aber einfach mal diesen Begriff dafür verwenden 😉

Nach der letzten Verschlechterung meiner Werte (wie oben beschrieben), hat mein Arzt die Dosis des L-Thyroxin von 75μg auf 100μg erhöht. Nach einigen Wochen ging es mir dann auch wesentlich besser. Die nächste Blutuntersuchung (aktuell lasse ich alle 3 Monate mein Blut untersuchen) hat dann ergeben, dass die Werte wesentlich besser geworden sind. Sogar so gut, dass eine leichte Überfunktion vorlag. Daher hat mein Arzt die Dosis dann wieder auf 75μg reduziert.

Und das Spiel begann von vorn.. Zuerst ging es mir weiterhin ganz gut, bis ich dann irgendwann wieder total schlapp und ausgepowert war – ohne dass ich viel getan hatte. Nachdem der Zustand dann bereits 3 Wochen anhielt und ich einfach nur noch fertig war, da man NICHTS schafft in der Zeit außer arbeiten und schlafen, habe ich mein Blut wieder untersuchen lassen. Natürlich war der TSH Wert wieder zu hoch und ich musste die Dosis wieder auf 100μg erhöhen.

Hashimoto – Disziplin und Ernährung während der letzten Monate

So sehr ich mich auch bemüht habe, meine Ernährung umzustellen und mir meine schlechten Angewohnheiten wie Cola Light/Zero trinken, Schokolade essen etc. abzugewöhnen, ich habe es nicht geschafft.

In den guten Zeiten ist das zwar auch teilweise anstrengend, aber machbar. Dadurch, dass ich mich generell einfach fitter fühle und mehr Power habe, habe ich überhaupt kein Problem damit, auf Cola, Süßigkeiten und Gluten zu verzichten. Wenn ich mich allerdings antriebslos und schlapp fühle, schaffe ich es einfach nicht, diesen Dingen zu widerstehen.

Auf der Arbeit trinke ich dann so gut wie jeden Tag 0,5l Cola Zero und esse Süßigkeiten. Denn in den Zeiten, scheinen Koffein und Zucker das einzige zu sein, was mich für kurze Zeit „wach“ macht und mir Energie gibt. Ich konnte den Zustand in meinem Kopf lange Zeit nicht beschreiben, bis ich irgendwo den Begriff „Brain Fog“ gelesen habe. Und JA, genau das beschreibt es am aller besten. Ich fühle mich körperlich super schlapp, wie bei einer starken Erkältung. Ich bin so müde, dass ich teilweise in Meetings und vor dem PC aufpassen muss, nicht einzuschlafen und mein Kopf ist einfach nicht klar sondern fühlt sich benebelt an. Wenn dieser Zustand dann über Wochen oder sogar mehr als einen Monat anhält, habe ich keine Kraft dazu, mir gesundes Essen zu kochen bzw. zuzubereiten. Und wenn man dann auch noch merkt, dass Koffein und Zucker – zumindest für kurze Zeit helfen, sich wieder „normal“ zu fühlen, dann habe ich noch nicht die Willensstärke und Disziplin dazu, auf genau diese Dinge zu verzichten.

Natürlich weiß ich, dass es überhaupt nicht hilft. Sogar im Gegenteil – die ungesunde Ernährung in dieser Zeit verschlimmert den Zustand wahrscheinlich nur noch mehr. Aber bisher habe ich es einfach nicht geschafft standhaft zu sein.

Mein Vorsatz für die nächsten Monate: Meine Ernährung wieder langsam umzustellen, Cola und Süßigkeiten aus meinem Alltag zu verbannen und wieder mehr Sport zu machen – und dies dann auch in schlechteren Zeiten durchzuhalten.

Was die Einnahme von L-Thyroxin angeht, werde ich erst einmal bei 100μg bleiben und nicht wieder runter gehen auf 75μg. Mein Arzt hat mir nun empfohlen, vorerst die 100μg für 3 Monate zu nehmen und falls der TSH Wert dann wieder in Richtung Überfunktion geht, werde ich einen Tag in der Woche aussetzen. Ich bin gespant, ob dies die bessere Alternative ist.

In den kommenden Monaten werde ich weitere Posts veröffentlichen, die sich mit den Themen Ernährung bei Hashimoto beschäftigen. Ich bin gespannt, was mir wirklich hilft und was eher nicht


Interessante Seiten & Blogs zum Thema Hashimoto Thyreoiditis

 Autoimmunportal
 Julia von OCJAY
 Hashimoto-Thyreoiditis.de

 


 

Leidet ihr auch unter Hashimoto Thyreoiditis? Wie geht ihr damit um? Habt ihr schon den besten Weg für euch gefunden? Ich würde mich freuen, wenn ihr eure Erfahrungen mit mir teilt 🙂

 

Haftungsausschluss und allgemeiner Hinweis zu medizinischen Themen:

Die hier dargestellten Inhalte dienen ausschließlich der neutralen Information und allgemeinen Weiterbildung. Sie stellen keine Empfehlung oder Bewerbung der beschriebenen oder erwähnten diagnostischen Methoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Der Text erhebt weder einen Anspruch auf Vollständigkeit noch kann die Aktualität, Richtigkeit und Ausgewogenheit der dargebotenen Information garantiert werden. Der Text ersetzt keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker und er darf nicht als Grundlage zur eigenständigen Diagnose und Beginn, Änderung oder Beendigung einer Behandlung von Krankheiten verwendet werden. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer den Arzt Ihres Vertrauens! Wir übernehmen keine Haftung für Unannehmlichkeiten oder Schäden, die sich aus der Anwendung der hier dargestellten Information ergeben.


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