Touristenfalle Bangkok - Wat Traimit

ACHTUNG: Touristenfalle Bangkok! Oder: Wie wir uns zum Deppen machten..

Werbung I

Kennt ihr das? Ihr seht im Fernsehen einen Bericht über Reisende, die in ihrem Urlaub so richtig abgezockt werden und fragt euch, wie man nur so dumm sein kann? Ja, ich bin ganz groß darin… dumm nur, wenn es einem selbst passiert 😉

Wir hatten unseren Thailand Urlaub so geplant, dass wir am Anfang und am Ende unseres Urlaubs einige Tage in Bangkok verbringen werden. In den ersten Tagen wollten wir uns einige Tempel und Sehenswürdigkeiten anschauen, am Ende dann das Nachtleben Bangkoks erkunden.

So haben wir dann an unserem ersten Tag in Bangkok den Wat Pho Tempel angesteuert. Von unserem Hotel aus sind wir mit dem Boot einige Stationen gefahren und dann vom Fluss aus zum Tempel gelaufen. Es war um die Mittagszeit und die Sonne schien mit voller Kraft. Im Gegensatz zu Frank, der extra eine lange Hose angezogen hatte, ging es mir gut – ich hatte ein luftiges kurzes Kleid an. Trotzdem war mir so heiß, dass ich es kaum ausgehalten habe. So waren wir froh, als wir endlich am Wat Pho ankamen.

Am Eingang stand ein alter Mann, der mich kritisch beäugte. Mir war bewusst, dass ich meine Beine und meine Schultern bedecken muss, wenn ich in einem Tempel möchte, so habe ich mich nicht gewundert, als er uns ansprach und mir zu verstehen gab, dass ich in meinem Kleid das Gelände des Tempels nicht betreten dürfe. Da ich im Vorfeld gelesen hatte, dass man sich an fast allen Tempeln Tücher kaufen oder leihen könnte, um Schultern und Beine zu bedecken, habe ich direkt auf den Stand der Frau geschaut, die ihre Ware neben dem Eingang platziert hatte. Währenddessen plauderte der Mann mit Frank weiter und verwickelte ihn in ein nettes Gespräch. Er wirkte wie ein netter alter Mann, der sich gerne mit Touristen unterhält und ihnen Tipps für die Erkundung der Stadt gibt.

Nach einigen Minuten Small Talk, gab er uns verschiedene Tipps für Bangkok. Er riet uns nicht zur jetzigen Zeit den Tempel zu besuchen, da es gerade sehr voll sei und neben den vielen Touristen zur Mittagszeit auch noch viele Einheimische in den Tempel kämen um dort zu beten. Er würde uns eher raten, mit einem Tuk Tuk zu anderen Tempeln zu fahren und in 2 Stunden wieder zu kommen. Dann sei es viel angenehmer.

Touristenfalle Bangkok - Tuk Tuk
Touristenfalle Bangkok – Tuk Tuk Fahrt

Wie der Zufall es wollte, standen neben dem Eingang des Tempels viele Tuk Tuk-Fahrer, die nur darauf warteten, uns zu den anderen Tempeln zu fahren. Irgendwie hat der alte Mann es geschafft, die Situation so aussehen zu lassen, als würde er einen guten Preis für uns aushandeln und uns einen Gefallen tun. Da wir an dem Tag nichts Weiteres geplant hatten, haben wir den Vorschlag, für 200 Baht (umgerechnet sind das ca. 5€) für insgesamt 2 Stunden zu verschiedenen Tempeln gefahren zu werden, dankend angenommen und sind in das Tuk Tuk gestiegen.

Der Tuk Tuk -Fahrer fuhr los und wir ließen uns überraschen, was wir an diesem Tag noch alles sehen würden. Wir besichtigten zuerst den Wat Phra Phiren, den angeblichen Black Buddha Tempel. Ich sage „angeblich“, da ich mir nach der Tour tatsächlich nicht mehr sicher bin, was ich wirklich glauben konnte und was nur „scam“ war um Touristen auszunehmen. In dem Tempel befand sich ein Mann, der angeblich für die UN arbeitet und auch einfach Spaß daran hat, Touristen die Geschichte der Tempel näher zu bringen. Im Gespräch hat er dann versucht uns verschiedene Touren und Hotelzimmer anzudrehen – wir hatten allerdings schon alles gebucht – und so weit kommt es dann doch nicht, dass ich tatsächlich ein Hotelzimmer bei einem dahergelaufenen Typen buche 😉 Der Tempel an sich war nicht wirklich sehenswert, sodass wir recht schnell weiter gefahren sind.

Touristenfalle Bangkok - Black Buddha Tempel
Touristenfalle Bangkok – Black Buddha Tempel
Touristenfalle Bangkok - Black Buddha Tempel
Touristenfalle Bangkok – Black Buddha Tempel
Touristenfalle Bangkok - Black Buddha Tempel
Touristenfalle Bangkok – Black Buddha Tempel

Der nächste Halt war Wat Traimit, der Tempel des goldenen Buddha. Hier kostet der Eintritt 40 Baht pro Person – der große goldene Buddha in der Mitte des Tempels war definitiv beeindruckender als der vorherige, allerdings trotzdem für mich kein Highlight in Bangkok, welches man unbedingt gesehen haben muss.

Bevor wir dann zurück zum Wat Pho gefahren sind, hat der Fahrer uns mitgeteilt, dass wir noch zum „Expo Center“ fahren. Da wir nicht wussten, was ein Expo Center sein soll, haben wir uns darauf eingelassen. Nach 10 Min. Fahrt kamen wir dann an einer Schneiderei an. Frank sagte direkt, dass er Fahrer einfach weiter fahren soll, da wir nichts bräuchten. Doch der Fahrer bat uns, kurz hinein zu gehen, da er dafür eine kleine Provision erhalte. So sind wir dann, nett wie wir sind, hinein gegangen und haben uns den Katalog des Schneiders zeigen lassen. Nachdem er uns dann die Stoffe präsentiert hat, waren wir auf einmal gar nicht mehr so abgeneigt. Frank trägt sowieso häufig Anzüge und es wäre schon schön, einen maßgeschneiderten Anzug zu haben.

So haben wir uns dann noch mehrere Varianten zeigen lassen und uns dann für einen kompletten Anzug, mit Hemd und Krawatte entschieden. Der Anzug sollte aus besonders gutem Stoff sein, der nicht knittert (alles natürlich anhand eines Vorführexemplars gezeigt), mit tollen Nähten und einem besonderen Innenfutter. Die Kosten hierfür beliefen sich auf 250€. Wir fanden, dass dies ein fairer Preis war – verglichen mit deutschen Preisen – und vor allem hat uns die Qualität der Stoffe überzeugt. Da unser Plan am Ende unserer Reise sowieso einen weiteren Stop in Bangkok vorsah, haben wir abgemacht, dass der Anzug zu dem Zeitpunkt in unser Hotel geliefert werden sollte.

Wir haben per Kreditkarte bezahlt und mit dem Inhaber ausgemacht, dass wir uns noch einmal per Email melden, sobald wir wissen, zu welcher Zeit der Anzug geliefert werden soll.

Touristenfalle Bangkok - Expo Center
Touristenfalle Bangkok – Expo Center

Bereits an jenem Abend hatten wir schon ein schlechtes Gefühl und fragten uns, was uns da überhaupt geritten hat, dass wir ohne jeglichen Vergleich von Preisen etc. einfach einen Anzug gekauft hatten. Bzw. aktuell hatten wir eigentlich nur 250€ verbraten und nichts dafür erhalten.

Die Skepsis wurde mit der Zeit immer stärker. Auf unsere Emails antwortete natürlich niemand. Auch die Drohung, dass wir unsere Zahlung zurückziehen würden, wenn sich niemand auf unsere Emails meldet, hat nicht geholfen. NICHTS, wir hörten einfach gar nichts mehr.

Wow. Da saßen wir nun. So genervt von allem und besonders von unserem eigenen dummen Verhalten. Nachdem wir nach dem Expo Center googelten verschlimmerten sich unsere Bedenken. Nun stand es fest – wir Deppen sind tatsächlich auf eine Touristen Abzocke reingefallen. Ausgerechnet WIR! Das kann doch nicht wahr sein. Jedes Mal wenn ich so etwas im Fernsehen gesehen habe, dachte ich „selbst schuld, wenn man so dumm ist“ – und in der Tat, das war wirklich dumm von uns.

Aber nun gut, was blieb uns jetzt anderes übrig? Wir konnten nur hoffen, dass sich vielleicht doch noch jemand meldet und in unserem Hotel vorbei schaut. Und Tatsache. An dem vereinbarten Tag hat sich doch tatsächlich jemand bequemt, uns zu antworten. Der Anzug würde um 17 Uhr in das Hotel gebracht werden, wir sollten bitte unsere Zimmernummer schicken, damit die Anprobe dann im Zimmer erfolgen kann. Da wir nun sehr vorsichtig geworden waren, haben wir gesagt, dass wir den Angestellten in der Lobby abholen.

Schisser, wie ich bin, habe ich dann im Zimmer alles für den Besuch vorbereitet. Alle Wertsachen waren versteckt, ich habe mir schon ausgemalt, wie man den Mann im Falle des Falles am besten überwältigt und aus dem Zimmer rennt ..ect 😀 – Ich war auf alles vorbereitet und Frank hat mich schon für verrückt erklärt. Aber sicher ist sicher 😉

Dann war es endlich soweit, Frank machte sich auf den Weg in die Lobby um den Mann abzuholen. In der Zwischenzeit habe ich mir mit meiner blühenden Phantasie ausgemalt, was alles auf dem Weg nach oben passieren könnte.. Dann öffnete sich die Tür und vor mir stand ein schmaler Inder, der tatsächlich noch kleiner war als ich – Puuuh, keine Gefahr 😉 – Er packte den Anzug aus, Frank probierte an. Der Anzug war alles andere als gut gemacht. Der Stoff hatte nicht im Geringsten die Qualität, die uns vorher gezeigt wurde. Auch die Verarbeitung war ziemlich schlecht. Das Hemd war nicht in den Farben, die ausgemacht waren und das Jacket hatte zwei unterschiedlich lange Seiten. Das einzige Teil, das soweit passabel war, war die Hose (doch auch die war so schlecht gemacht, dass ich als Laie gesehen habe, dass die Nähte wirklich schlecht sind).

Während Frank dem Mann gesagt hat, dass er das Hemd und das Jacket noch einmal ändern muss, habe ich die Hose schon einmal in Sicherheit gebracht – wenn er doch nicht wieder kommen sollte, hätten wir dann wenigstens eine Hose gehabt .. für 250€ – wunderbar! 😉 Wir vereinbarten, dass die übrigen Kleidungsstücke geändert werden und am nächsten Tag um 16 Uhr ins Hotel geliefert werden.

So saßen wir am darauffolgenden Tag ab 15:45 auf unserem Zimmer und warteten. Gegen 16:30 Uhr war immer noch niemand in Sicht. Wir warteten insgesamt 2 Stunden, bis wir einen Anruf aus der Lobby erhielten, wo die Sachen einfach nur abgegeben wurden – na toll!

Also nehmt euch bitte in Acht vor solchen Touristenfallen! Im Nachhinein ärgert man sich einfach nur noch, wie man überhaupt so blöd sein konnte 😉 – wir haben nur unsere Zeit und unser Geld verschwendet – so etwas muss man im Urlaub wirklich nicht haben!

Touristenfalle Bangkok - Wat Traimit
Touristenfalle Bangkok – Wat Traimit
Touristenfalle Bangkok - Wat Traimit
Touristenfalle Bangkok – Wat Traimit
Touristenfalle Bangkok - Wat Traimit
Touristenfalle Bangkok – Wat Traimit
Touristenfalle Bangkok - goldener Buddha
Touristenfalle Bangkok – goldener Buddha
Touristenfalle Bangkok
Touristenfalle Bangkok

DIES KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN


 

4 thoughts on “ACHTUNG: Touristenfalle Bangkok! Oder: Wie wir uns zum Deppen machten..”

  1. Wir sind in Tunesien in eine Touristenfalle getappt. Ein kleiner Junge hatte ein Äffchen auf dem Arm und hielt es mir hin. Mein Mann sollte doch ein Foto von mir und dem Affen machen, gestikulierte er. Was er auch machte. Nur der Junge wollte hinterher umgerechnet 5Euro für das Foto. Und war dann auch gar nicht mehr so nett, als wir nicht bezahlen wollten. Ein Zungenschnalzen von dem Jungen und sein Bruder (?) kam aus einer Ecke. Wir haben lieber gezahlt und uns verzogen. Ähnliche Touristenabzocken haben wir noch mit Papageien und Babyelefanten gesehen.
    Jetzt passen wir deutlich mehr auf im Urlaub.
    Viele Grüße Stine

    1. Hallo Stine,
      oha, ja das habe ich auch schon oft erlebt! In Thailand haben das vor allem kleine Kinder gemacht! Oder wer kennt sie nicht.. in Paris, die netten Männer, die einem eine Rose oder ein Armband „schenken“ und dann natürlich doch Geld dafür haben möchten – wirklich nervig!

      Liebe Grüße!
      Vanessa

  2. Mein Freund und ich sind in Paris betrogen worden. Wir wollten uns Tourist Pässe für die Metro holen. Und ein Jugendlicher, der direkt neben der Info stand, hat uns dann angesprochen und wollte uns helfen. Naja .. Ende vom Lied war, dass wir 120 Euro ausgegeben hatten, wir aber zwei Kindertickets für 1,62 Euro bekommen hatten.. Der Junge war natürlich weg mit dem Geld..

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.